Dienstag, 12. April 2016

[Babyschnack] Wie ich Mutter wurde - Mein Geburtsbericht

An jedem zweiten Montag im Monat wird es hier jetzt eine neue Mama-Baby-Serie geben, zusammen mit Carmen und Diana wird es auf unseren drei Blogs jetzt monatlich unseren "Babyschnack" geben.
Ein Thema, drei Mamas, drei Babys - Das heißt drei Erfahrungen, Ansichten und Meinungen.
Das verspricht doch ziemlich interessant zu werden!


Beim ersten Babyschnack gibt's von uns einen Geburtsbericht und auch ich habe mich entschieden den zu verfassen und zu veröffentlichen.

Allerdings möchte ich Euch an dieser Stelle vorwarnen, die Geburt an sich war nicht schlimm (naja auch nicht angenehm, aber das weiß man ja vorher), aber ich werde Euch auch etwas über den Krankenhausaufenthalt und was nach der Geburt passierte erzählen und wer das nicht lesen mag sollte vorgewarnt sein, denn leider erging es mir nicht gut im Krankenhaus.

Die Geburt
Wie ihr ja mittlerweile wisst war meine Schwangerschaft alles andere als einfach und wir waren glücklich über jede Woche, ich wurde immer zuversichtlicher es mit dem strengen Liegen bis zum Ende zu schaffen oder wenigstens bis 36+0.
Dann an einem Sonntagmorgen (und sowas passiert immer am Wochenende!) verlor ich zwei Tage vor 34+0 den Schleimpfropf, ich weckte meinen Freund und wir fuhren mal wieder in die Klinik.
Dort wurde ich zwei Tage stationär aufgenommen, die Lungenreife wurde aufgefrischt und ich kam an die Tokolyse (Wehenhemmer), so sollte ich liegen bis 34+0 und dann werden die Babys nicht mehr aufgehalten.
Pünktlich am 02.02.2016 bei 34+0 wurde der Wehenhemmer abgesetzt und bei der Visite sagten mir die Ärzte das ich am nächsten Morgen dann entlassen werde und erst wiederkomme wenn mein Baby kommt.
Ich fragte wie lange man denn ohne diesen Schleimpfropf noch schaffen kann und der Oberarzt (der mich mittlerweile sehr gut von diversen Aufenthalten und Feinultraschalls kannte) meinte "Damit können sie es noch ewig schaffen.".
Ich lag also bis abends noch so im Klinikbett rum und wir vertrieben uns die Zeit mit Quatschen, denn auch das geht, wir haben ein ganz nettes Paar kennengelernt und mit ihnen den gesamten Aufenthalt verbracht, selbst unsere Babys lagen noch zusammen auf der Neo und hätten eigentlich den gleichen Entbindungstermin gehabt.
Gegen Abend verabschiedeten sich die Männer, mein Freund ging wohl so gegen 19 Uhr, ich ging kurz darauf ins Bad um zu duschen, wollte ja für die Abschlussuntersuchung und Entlassung fertig sein.
Gerade als ich meine Haare gewaschen hatte merkte ich wie mir kälteres Wasser als das Duschwasser die Beine runter lief, in dem Moment habe ich glaub ich gar nichts gedacht, ich trat aus der Dusche um zu gucken ob es immer noch läuft, was es ganz ohne Zweifel tat.
Ich klingelte nach der Schwester und trocknete mich dabei ab, ich klingelte nochmal, langsam bekam ich Angst... ich rief meiner Zimmernachbarin zu das ich geklingelt habe und sie die Schwester direkt ins Bad schicken sollte und das meine Fruchtblase geplatzt ist.
Sie klingelte auch, ich zog mich an und legte mich auf´s Bett und da endlich kam die Schwester, guckte erst mich an, dann mein Fruchtwasser im Bad, dann rief sie eine Kollegin zum Putzen und brachte mich im Rollstuhl zum Kreissaal.
Irgendwann in dieser Zeit rief ich auch meinen Freund an der zum Glück wenig später auch in der Klinik war.
Die Hebamme fragte mich zur Begrüßung ob ich mit Handtuch auf dem Kopf entbinden wolle, zum Glück war dann recht bald Schichtwechsel, denn diese Hebamme mochte ich schon von meinen Krankenhausaufenthalten vorher nicht besonders.
Ich kam an´s CTG, mein Muttermund war bei 2cm und die Hebamme prophezeite das mein Kind erst am nächsten Tag kommen würde.
Wir kamen in einen Kreissaal wo ich kurz auf dem Ball wippte, aber das ging nur kurz, denn ich hatte direkt starke Wehen.
Als die neue Hebamme kam war der Muttermund bereits bei 6cm und ich hatte starken Pressdrang, wir wechselten dann nochmal in einen anderen Kreissaal in dem ein Monitor hing, so dass die Hebamme auch die anderen Kreissääle im Blick hatte, in diese verschwand sie auch ab und an.
Nach ungefähr 20 Minuten wurden die Wehen noch stärker und es gab kaum Pausen, der Muttermund war komplett offen und ich durfte pressen.
Recht schnell konnte die Hebamme das Köpfchen sehen und war ziemlich zuversichtlich das er gleich da ist.
Allerdings machte uns da mein Beckenboden einen Strich durch die Rechnung, denn alles was ich mühsam während einer Wehe erpresste wurde erbarmungslos vom Beckenboden abgefedert und zurück geschoben (wenn ich das richtig verstanden habe).
Die Hebamme und die anwesende Hebammenschülerin riefen eine Ärztin dazu, diese machte einen Dammschnitt, auch das half leider nicht viel, die Ärztin versuchte von oben auf meinem Bauch mit zu drücken, vergeblich.
Sie entschieden sich den Oberarzt dazu zu holen, denn Moritz bekam langsam Stress und davon sollte er bei 34+0 nicht zu viel haben.
Der Oberarzt, den ich von den Feinultraschalls und diversen Klinikaufenthalten kannte, kam frisch geweckt und etwas übellaunig dazu und dann ging es richtig zur Sache.
Bei den folgenden Wehen erweiterte die Ärztin den Schnitt während der Arzt mir mit den Unterarmen auf den Bauch drückte, förmlich darauf sprang.
Einmal auch ohne Wehe und als ich mich wegdrehte wurde er leicht sauer...
Irgendwann wollte ich nur noch das es vorbei und geschafft ist und bei der nächsten Wehe presste ich um mein Leben, der Arzt sprang mir förmlich auf den Bauch und da war er, unser kleiner Junge für den sich alle Strapazen gelohnt haben.
Er wurde mir auf die Brust gelegt und sein Papa schnitt die Nabelschnur durch, dann musste er leider zu den Kinderärzten auf die Neo wo er insgesamt 12 Tage lag.


Was danach geschah
Da lag ich also und war Mama, der Rest war in dem Moment unwichtig, wir hatten ja auch sämtlichen Ärzten und Hebammen gesagt das ich eine Gerinnungsstörung habe und unter dem Einfluss von blutverdünnenden Medikamenten stehe, außerdem war das bekannt und stand auch in meinen Unterlagen.
Also vertraut man den Ärzten.
Leider wurde ich erst nach ca. 30 Minuten genäht, wobei die Ärztin sogar sagte das ich ziemlich stark blutete und es schwer zu nähen ist, ich wies nochmal auf meine Medikamente hin.
Nach dem Nähen kam mein Freund mit einem Liegerolli (er war bei Moritz während ich im Kreissaal war) und brachte mich zu unserem Sohn, ich bekam ihn noch einmal kurz auf den Arm, dann ging es für mich auf Station und für den Freund nach Hause.
Ich war gerade eingeschlafen als ich von höllischen Schmerzen geweckt wurde, also klingelte ich, die Schwester guckte sich die Sache an und es ging ab in den OP wo mir ein großes Hämatom entfernt wurde.
Beim Nähen war wohl ein Blutgefäß nicht mit vernäht worden und das hatte ordentlich in´s Gewebe geblutet, unserer Ansicht nach wäre das vermeidbar gewesen.
Ich blieb noch drei Tage im Krankenhaus und wurde dann, gemeinsam mit meiner Zimmernachbarin die am Tag nach mir ihre Tochter zur Welt brachte, entlassen.
Wir pendelten nun zwischen Baby, Milchpumpe und zu Hause und nach einigen Tagen bekam ich wieder starke Schmerzen, als wir abends beim Kleinen waren ging ich in den Kreissaal um es abklären zu lassen.
Es hatte sich erneut ein Hämatom gebildet, ich wurde stationär aufgenommen und man überlegte direkt zu operieren, entschied sich dann aber für den nächsten Morgen.
Ich sollte bis dahin nüchtern bleiben und das blieb ich eine ganze Weile.
Da ich nach der Entbindung bereits entlassen war kam ich nicht auf die Wöchnerinnenstation sondern auf die ganz normale, ich bat also um eine Milchpumpe, denn immerhin pumpte ich alle drei Stunden.
Da dieser Wunsch auch nach mehrmaliger Bitte nicht erfüllt wurde wanderte ich alle drei Stunden mit meinem schmerzenden Hämatom, unfähig zu sitzen, auf die Entbindungsstation in´s Stillzimmer um Milch abzupumpen.
Am nächsten Tag besorgte mir meine Mama dann auf der Entbindungsstation eine Milchpumpe fürs Zimmer.
Gegen Mittag war ich immer noch nüchtern und immer noch nicht annährend im OP, dafür drückte das Hämatom immer mehr.
Auf Nachfragen bei den Krankenschwestern wurde sehr patzig reagiert, nachdem ich scheinbar genügend über Durst gejammert hatte und immer wieder betonte dass ich ja auch Milch abpumpe, bekam ich endlich Flüssigkeit über Tropf.
Um 16 Uhr kam dann ein Arzt (wir hatten wohl zu oft gefragt wann es endlich so weit ist) und erklärte mir ich müsse geduldig sein denn es gäbe ungeplante Kaiserschnitte bei denen es um zwei Leben ginge.
Mein Hämatom war zwischenzeitlich auf gegangen und der Arzt versicherte mir man wisse um meine Gerinnungsproblematik.
Gegen 20.45 Uhr kam ich endlich in den OP.
Als ich wieder erwachte hatte ich höllische Schmerzen und zwei zusätzliche Zugänge an den Händen und an sämtlichen Venen Einstiche, eine Erklärung dafür habe ich bis heute nicht.
Ich sollte die Nacht über nicht aufstehen, also bekam ich gegen 1 Uhr einen Schieber als ich Pipi musste, nur hat das nichts funktioniert mit mir und dem Schieber.
Die Schwester sagte mir ich solle mehr trinken damit der Druck größer wird und so mühte ich mich weiter ab, um 5 Uhr fragte die Schwester wieder ob es denn geklappt hätte auf mein verzweifeltes Nein bekam ich ein "Na wenn das jetzt nicht klappt geht´s Morgen nicht zum Kind.".
Um 7 Uhr erlöste mich eine andere Schwester mit einem Toilettenstuhl.
Mittags baten wir um den Liegerolli, ich wollte endlich wieder zu unserem Kind, die Krankenschwester verweigerte uns das weil die Stühle dem Kreissaal gehören würden, außerdem sollte ich vernünftig sein ob es denn so schlimm wäre den Kleinen mal nicht zu sehen... Er weiß ja sowieso nicht wie oft man da ist...
Ich nahm also einen normalen Rollstuhl als Gehhilfe um mein Baby zu sehen, dort wurde uns gesagt das jede Station den Liegerolli anfordern kann wenn eine Mutter zu ihrem Kind will.
Zurück auf Station bat ich im Paracetamol und bekam gesagt ich solle den Schnitt doch abduschen, wäre auch schmerzlindernd.
Ich hatte schlechte Blutwerte, einen HB unter 7 und bekam nichts dagegen, nach drei Tagen wurde ich entlassen und obwohl ich nur im Liegen nach Hause fahren konnte wollte ich keine Sekunde länger bleiben.

Die Geburt war ein Spaziergang im Gegensatz zu dem was danach passierte und die Behandlung auf der Station leider absolut mies und ich hatte nicht nur an den körperlichen Folgen lange zu knabbern.

So ich könnte jetzt noch mehr schreiben, aber der Post soll noch pünktlich online gehen und ich war mit einem Milchstau beschäftigt und mit einem schreienden Baby das heute kaum geschlafen hat und jetzt etwas ruhiger ist weil Papa mit ihm tanzt.
Ich bin so froh das jetzt Alles erleben zu dürfen!

Schaut doch auch bei den anderen Mamas vorbei wenn ihr noch mehr Geburtsberichte lesen wollt!

Habt ihr Themen die ihr euch für den Babyschnack wünscht?

Kommentare:

  1. Auch an dieser Stelle noch mal herzlichen Glückwunsch. :-)
    Werd mir jetzt mal den Bericht durchlesen. ;-)

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  2. Was für ein Horror. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Baby einiges entschädigt, aber so etwas wünscht man keiner frisch gebackenen Mama... Ein interessantes Thema, obwohl es bei uns noch lange nicht soweit ist.

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  3. Es ist wirklich so heftig, was du erlebt hast! Ich wünsche euch alles Glück dieser Welt und dass ihr dieses Trauma bald hinter euch lasst!!!

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